Was ist der Unterschied zwischen Arabica und Robusta? Wir erklären euch den Unterschied

01.02.2017 12:26

Arabica- und Robustabohnen: Unterschiede im Überblick 

Das schwarze und koffeinhaltige Heißgetränk Kaffee entsteht aus den Früchten unterschiedlicher Kaffeepflanzen. Zur Herstellung werden die Steinfrüchte verschiedener Pflanzenarten aus der Familie der Rubiaceae verarbeitet. Coffea arabica gilt als wichtigste Pflanze zur Produktion von Kaffee. Die Früchte der Coffea canephora werden ebenfalls genutzt, sodass der Robusta-Kaffee entsteht. Wie differenzieren sich die Sorten? Wir erklären die Unterschiede.

Unterschiede bei Anbau und Ernte

Die Kaffeepflanze, Coffea genannt, ist ein Rötegewächs, das zur Familie der Rubiaceae gehört. Grundsätzlich mögen diese Pflanzen, die sich in unterschiedliche Sorten unterteilen lassen, ein ausgeglichenes Klima. Sie gedeihen in milden Temperaturen. Im lichten Schatten entstehen gute Wachstumsbedingungen. Vor allem die Sorte Coffea arabica, aus der Arabica-Kaffee entsteht, wird angebaut. Coffea canephora, aus der Robusta-Kaffee geschaffen wird, wächst ebenfalls in vielen Ländern der Erde. Außerdem existieren noch andere Sorten der Kaffeepflanze. Coffea liberica oder Coffea excelsa sind Beispiele für Arten, deren Bohne im geringeren Maße zur Kaffeeproduktion verwendet werden.  

Im Gegensatz zur Coffea canephora ist die Arabica-Kaffeepflanze anspruchsvoller. Sie benötigt eine hohe Luftfeuchtigkeit. Es darf weder zu heiß noch zu kalt sein, weil die Pflanze ansonsten kaum wächst. Aus diesem Grund wird die Sorte vor allem in Anbauhöhen von 400 bis 1.200 Meter über dem Meeresspiegel angepflanzt. In diesen Höhenlagen existieren gute Bedingungen, damit die Pflanzen langsam und gesund gedeihen. Nicht nur der Anbau, sondern auch die Ernte der Pflanze erfordert viel Feingefühl und Geduld. Schließlich müssen die Steinfrüchte je nach Reifegrad geerntet werden. Daher werden die Früchte einer Pflanze an verschiedenen Tagen gepflückt.

Die Coffea canephora ist wesentlich robuster. Daher auch der Name des Kaffees, der aus den Bohnen geschaffen wird. Die Robusta-Kaffeepflanze ist resistenter gegen Krankheiten. Starke Hitze oder hohe Feuchtigkeit, unter der die Arabica-Pflanze leiden würde, schaden der Coffea canephora nicht so sehr. Sie trägt mehr Früchte, die schneller reifen. Die schwarzen Bohnen lassen sich zudem einfacher ernten, weswegen der Anbau auch als wirtschaftlich effizienter gilt. Trotzdem macht der Anteil der weltweiten Ernte nur etwa 30 Prozent aus. Weitaus mehr Kaffee, fast 70 Prozent, wird durch den Anbau der Coffea arabica gewonnen. 

Beide Pflanzen wachsen rund um den Äquator. Sie gedeihen im sogenannten Kaffeegürtel, der zwischen dem nördlichen 23. Breitengrad und dem südlichen 25. Breitengrad gelegen ist. Die Arabica-Pflanze wird vor allem in Ländern Zentral- und Lateinamerikas angebaut. Eigentlich stammt die Pflanzenart aber aus Äthiopien. Auf dem afrikanischen Kontinent wächst diese Sorte bis heute. Allerdings gedeiht dort auch die Robusta-Pflanze. Sie wird hauptsächlich in Brasilien, Indien und Uganda angepflanzt. Auch in Indonesien und Vietnam wird diese Art der Kaffeepflanze angebaut. 

Unterschiede bei Früchten und im Geschmack

Kenner können die Sorten anhand ihrer Blätter unterscheiden. Blattform und Blütensatz offenbaren, um welche Sorte es sich handelt. Auch die Bohnen differenzieren sich: Während die Arabica-Pflanze grünliche oder bläuliche Bohnen besitzt, wachsen an der Robusta-Pflanze eher braun-gelbliche Früchte. Es existieren nicht nur optische Unterschiede, die durch die Röstung schwinden. Schließlich unterscheiden sich die Bohnen von Arabica- und Robusta-Kaffee auch im Geschmack. 

Die Bohnen der Coffea arabica gelten als aromatisch, mild und harmonisch. Sie weisen einen großen Anteil an Kaffeeölen auf, wodurch sich der feine und fruchtige Geschmack ergibt. Oftmals begeistern diese Kaffeesorten durch ihre ausgesprochene Süße und durch fruchtige Nuancen. Die Bohnen der Coffea canephora sehen nicht nur anders aus, sondern sorgen auch für einen anderen Kaffee. Sie schmecken eher erdig und holzig. Manche Konsumenten empfinden den Geschmack als bitter. Der aus den Bohnen geschaffene Kaffee wird aber trotzdem geschätzt. 

Gerade in Italien wird Robusta-Kaffee verarbeitet, um Espresso und andere Spezialitäten zu kreieren. Schließlich wird dieser Kaffeesorte nachgesagt, dass sie eine länger haltende Crema besitzen würde. Vielleicht ist das ein Grund, warum die günstigere Sorte gerade in Südeuropa sehr populär ist. Unterschiede ergeben sich nicht nur durch die geschmacklichen Nuancen. Schließlich existiert eine weitere Differenz im Koffeingehalt. Arabica-Bohnen besitzen einen Gehalt zwischen 1,1 und 1,7 Prozent. 

Die Bohnen aus der Robusta-Pflanze besitzen einen höheren Koffeingehalt von 2 bis 4,5 Prozent. Diese Sorte besitzt zudem weniger Chlorogensäure, die den Magen von empfindlichen Genießern belasten könnte. Durch den Röstvorgang lassen sich Säuren aber auch bei klassischen Arabica-Sorten reduzieren. Bei niedrigen Temperaturen werden die Bohnen erhitzt, damit empfindliche Mägen nicht zu starken Belastungen ausgesetzt sind. So ist es vor allem eine Frage des persönlichen Geschmacks, für welche Sorte Sie sich entscheiden.


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